Ratgeber Deutschland
Patientenverfügung: medizinische Wünsche klar festhalten
Mit einer Patientenverfügung halten Sie fest, welche medizinischen Massnahmen Sie wünschen oder ablehnen, falls Sie selbst nicht mehr entscheiden können.
Sie gehört zu den wichtigsten Dokumenten in einem Notfallordner, weil sie Angehörigen, Ärzten und Vertrauenspersonen Orientierung geben kann und die medizinischen Wünsche klar festhält.
Was ist eine Patientenverfügung?
Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung zu medizinischen Behandlungen. Darin können Sie festlegen, welche Untersuchungen, Behandlungen oder lebenserhaltenden Massnahmen in bestimmten Situationen durchgeführt oder unterlassen werden sollen.
Sie wird besonders dann wichtig, wenn Sie Ihren Willen nicht mehr selbst äussern können, zum Beispiel nach einem schweren Unfall, bei schwerer Krankheit oder bei Bewusstlosigkeit.
Selbstbestimmung
Ihre medizinischen Wünsche werden schriftlich festgehalten.
Orientierung
Angehörige und Ärzte erhalten Hinweise auf Ihren Willen.
Entlastung
Schwierige Entscheidungen müssen nicht allein von Angehörigen getragen werden.
Welche Themen kann eine Patientenverfügung enthalten?
Eine Patientenverfügung sollte möglichst klar formuliert sein. Je genauer die Situationen und Wünsche beschrieben sind, desto besser kann sie im Ernstfall helfen.
Lebenserhaltende Massnahmen
Wünsche zu künstlicher Beatmung, Wiederbelebung oder intensivmedizinischen Massnahmen.
Künstliche Ernährung
Regelungen zu Ernährung und Flüssigkeitszufuhr in bestimmten medizinischen Situationen.
Schmerzbehandlung
Wünsche zur Linderung von Schmerzen, Angst oder Atemnot.
Krankenhaus oder Pflege
Hinweise zu Behandlung, Pflege, Begleitung und persönlichen Vorstellungen.
Vertrauenspersonen
Wer soll informiert oder in medizinische Entscheidungen einbezogen werden?
Persönliche Werte
Was ist Ihnen im Umgang mit Krankheit, Sterben und medizinischer Behandlung wichtig?
Wichtig im Ernstfall
Die Patientenverfügung muss auffindbar sein
Eine Patientenverfügung nützt nur, wenn Angehörige oder Vertrauenspersonen wissen, dass sie existiert und wo sie aufbewahrt wird.
Deshalb sollte der Notfallordner klar darauf hinweisen, ob eine Patientenverfügung vorhanden ist, wo das Original liegt und wer eine Kopie erhalten hat.
Praktischer Hinweis
Legen Sie im Notfallordner einen Hinweis auf den Aufbewahrungsort der Patientenverfügung ab.
Zusätzlich sollten bevollmächtigte Personen wissen, dass das Dokument existiert.
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ergänzen sich. Die Patientenverfügung beschreibt Ihre medizinischen Wünsche. Die Vorsorgevollmacht kann festlegen, wer diese Wünsche im Ernstfall gegenüber Ärzten oder Einrichtungen vertreten darf.
Im Notfallordner sollten beide Dokumente oder zumindest klare Hinweise darauf geordnet abgelegt sein.
Wichtiger Hinweis
Eine Patientenverfügung sollte sorgfältig erstellt und regelmässig überprüft werden. Bei Unsicherheit kann medizinische, rechtliche oder notarielle Beratung sinnvoll sein.
Unsere Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle Beratung.
